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Moldawien 2017

Der größte Weinkeller der Welt

Unterirdisches Weltkulturerbe mit Guinness-Buch Eintrag.
Exklusive Kurzreise vom 11. bis 13. November 2017


Tief unter Hügeln liegt der größte Weinkeller der Welt...

Die moldawische Staatsdomäne „Milestii Mici“ hält mit rund anderthalb Millionen Flaschen den offiziellen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Experten benötigten fast ein Jahr, um den gesamten Inhalt des Kellers festzustellen.
Inoffizieller Champion ist aber die Stadt Cricova. In einem unterirdischen labyrinthartigen Stollensystem lagern Aberhunderte von riesigen Weinfässern und angeblich bis zu 2 Millionen Flaschen Wein, darunter u.a. auch Flaschen aus Hermann Görings Weinsammlung.
Diese Superlative alleine sind schon eine Reise nach Moldawien wert aber MBtouristik zeigt Ihnen noch viel mehr.

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Nachbericht von Stephan Wolf 01.12.2017

Arm, aber Wein

Die Bezeichnung „Bessarabien“ kennt man aus dem Munde Vertriebener, ohne genau zu wissen, wo sich dieser Landstrich befindet. Bei „Moldau“ denkt man an Smetana oder Prag, wohl kaum aber an ein Land, eingeklemmt zwischen der Ukraine und Rumänien. Letzteres steuerten auch die Landessprache von Moldau bei.
Als MB-Touristik für Rumänien plante, war ein Moldau-Abstecher vorgesehen. Zumal bald nach ihrer Annektion der neuen Sowjetrepublik Moldawien die zentrale Weinproduktion zugewiesen wurde.
Doch aus dem Trip wurde nichts – zu kompliziert. Also trafen sich zwölf Reisende, um das Land über ein verlängertes Wochenende gesondert zu erkunden. Bei milden Temperaturen kamen wir in der Hauptstadt Chisinau an. Zunächst gab es eine Stadtrundfahrt und einen abendlichen Rundgang. In der rausgeputzten Kathedrale fand gerade ein orthodoxer Gottesdienst statt. Zu Sowjetzeiten wurde das Gebäude für Landwirtschafts-Ausstellungen genutzt. Auffällig in der Stadt waren die vielen Blumenkioske, die selbst am späten Abend noch gut frequentiert waren.
In die Kalkstein-Erhebungen um die Stadt haben nicht nur Mönche ihre Höhlenklöster gehauen. In unterirdischen Steinbrüchen wurde über Jahrhunderte Baumaterial gewonnen. Jetzt dienen diese Stollen mit ihrem stabilen Klima als Weinkeller. Unser erster Stop war das Weingut Cricova. Mit einem Elektromobil werden wir durch die kilometerlangen Gänge (insgesamt 120 km) gefahren. Die Straßen sind nach Rebsorten benannt. Die Besichtigung endete mit einer ausführlichen Weinprobe und einem opulenten Mal in einem der unterirdischen Säle.
Moldau hat mit einer abtrünnigen Gegend namens Transnistrien zu kämpfen, international nicht anerkannt, aber beschützt von russischen Friedenstruppen, mit Münzgeld aus Plastik und einem alles beherrschenden Konzern namens „Sheriff“. Auch hier wird rumänisch gesprochen, diesmal aber kyrillisch geschrieben. Was taten wir nach Rundgängen durch Bender und die Hauptstadt Tiraspol? Schlemmen, diesmal auf ukrainisch, und Probieren, diesmal Liköre und Schnäpse. Kartenzahlung allerdings ging nicht, also wurden die Barschaften der Reisegruppe benötigt. Zwei von uns waren übrigens ohne Reisepaß – also illegal - eingereist. Doch bei der Ausreise „übersah“ der Grenzer die „blinden Passagiere“, die auf der letzten Bank kauerten. Als Zeuge in eigener Sache kann ich bestätigen: Es war wirklich kein Schmiergeld im Spiel, eher wurde wohl der ganze Papierkram noch zu später Stunde gescheut.
Tag drei: Erstes Ziel war das Kloster Capriana, zu Sowjetzeiten als Diskothek genutzt. Über holperige Straßen ging es von dort zum zweiten Vorzeige-Weingut Milestii Mici, bekannt durch seinen Eintrag im Guinessbuch. Diesmal können wir mit unserem Bus die Stollen abfahren. Was Gorbatschows Anti-Alkohol-Gesetz für die Republik bedeutete, hatten wir schon gehört: Hektarweise wurden Reben weggehackt und millionenweise der Inhalt aus den Fässern abgelassen. Selbst ein Hochhaus, das die Form eines Weinkelches erhalten sollte, durfte nicht weitergebaut werden und steht noch immer im Rohbau in der Landschaft. In einem Geheimlager waren während dieser „trockenen Jahre“ die wertvollsten Weine vor dem „Mineralsekretär“ gerettet worden. Als wir zur Rückfahrt starteten, plätschern auch die beiden Weinbrunnen, aber es ging schnurstracks zum Flugplatz. Wir waren nur mit Handgepäck unterwegs. Reich beladen mit Wein-Geschenksets, mußten wir nun eine dreistellige Summe für das flüssige Übergepäck opfern. Rußland sperrt sich gerade gegen moldauischen Wein. Häufig wird er aber in Japan und China getrunken. In unseren Supermärkten hat er keine Chance gegen die eingefleischten Lagen von der Weinsteige bis Neuseeland. Und gewissen Optimierungsbedarf gibt es schon noch: Ein online-Shop existiert nicht und ausgerechnet der Wein von 1986 wird angepriesen. Aus dem Jahr also, in dem Tschernobyl explodierte.

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